Grenzerfahrungen oder Aufgepasst Ihr Wechseljahre, ich sammle Kraft

Was tun, wenn zwischen Elternpflege und Elternbeirat  kaum Zeit zum Atemholen bleibt? An die Grenzen gehen. Neues ausprobieren. Sich Neues zutrauen. Zum Beispiel kämpfen bzw. sich selbst verteidigen. Abwegig? Klar. Vor allem für mich. Aber reizvoll und intensiv.

Wechseljahreblog_Selbstverteidigung
ich übe noch, aber das wird einmal ein effektiver Faustschlag

Die Ratgeber quellen in Sachen „Sport und Wechseljahre“ schier über. Frau soll sich bewegen. Denn gezielte Bewegung hilft Frauen in der Lebensmitte, gesund und fröhlich zu bleiben. Ganz nebenbei nützt Sport der Schönheit, den Knochen und der schlanken Linie„. Gesund bin ich, fröhlich mitunter. Und bewegen tue ich mich auch. Aber es beginnt zu zwicken und zu zwacken.

Die Hüfte will seit etwa einem Jahr nicht mehr so, wie ich will. Und so höre ich mich schon sagen, dass ich eine Läuferin war. War. Furchtbar! Aber nach meinen morgendlichen fünf Kilometern fühle ich mich nicht mehr erfrischt für den Tag, sondern überstehe sie nur, wenn ich die Zähne zusammenbeiße. Kein Spaß.

Aber nicht bewegen, geht auch nicht. Denn Bewegung stabilisiert die Psyche. Und das kann ich bisweilen durchaus brauchen. Und Aktivität hält mental und gewebetechnisch fit. Auch gut. Und während ich noch überlegte, was ich alternativ zum Laufen machen könnte, begegnete mir eine (für mich) völlig neue Bewegungsform: eine Mischung aus indischer Kampfkunst und israelischem Kampfsport, angereichert mit Elementen aus dem Yoga und viel Wissen über das Zusammenspiel von Körper und Seele. Nein, keine Therapie. Ich doch nicht. Aber eine Frischzellenkur in Sachen Grenzen überwinden: In der Bewegung. Im Selbstverständnis. Im Denken bzw. im Nichtdenken. Einfach ausprobieren, hinspüren, sich selbst spüren, Energie freisetzen, aufmerksam sein.

Wechseljahreblog_Kick Seite
und hoch das Bein 😉 Nein, das wird einmal ein Kick

Wechseljahreblog_Kick von hinten

Fühlt sich gut an. Auch der Muskelkater danach. Und bald werde ich zuschlagen. Bald, noch nicht gleich. Denn zwischen Elternpflege und Elternbeirat war bisher kein Raum für aggressive Energie, die nach vorne trägt. Wird aber kommen. Bis dahin übe ich Kicks und Moves. Um dann, wenn die Wechseljahre oder andere Widrigkeiten „zuschlagen“ zurückzuschlagen 🙂

 

Hormone oder Der Tanz auf dem Vulkan

Bin ich jetzt ein „Hormonmangelwesen“? Als das wurden (und werden zum Teil auch heute noch) Frauen betrachtet, sobald der Östrogenspiegel zu sinken beginnt. Mangelwesen: So fühle ich mich jetzt nun wirklich nicht.

Tanz auf dem Vulkan
Was macht Jugend aus?
Meditation
Und was ändert sich mit den Jahren?

Sinkende Hormonproduktion

Eigentlich ist die hormonelle Umstellung ein ganz natürlicher Vorgang. Irgendwann, meist im Alter zwischen Mitte 40 und Mitte 50, geht im Körper einer Frau jener Vorrat an Eizellen zur Neige, der schon im weiblichen Säugling angelegt war. Wann dies geschieht, darauf haben wir keinerlei Einfluss. Es passiert einfach: Die Eierstöcke hören auf, regelmäßig ein Ei reifen zu lassen, und mehr oder weniger kontinuierlich sinkt damit auch die Hormonproduktion. Vor allem das wichtigste weibliche Hormon, das Östrogen, wird immer weniger gebildet. Das muss keine Auswirkungen haben, kann aber. Zum Teil erhebliche. Denn das Östrogen ist so ganz „nebenbei“ für die Knochendichte zuständig, für den Fettstoffwechsel, die Kognition und Libido, lese ich. Droht mir jetzt also Osteoporose, Gewichtszunahme, Demenz und Lustlosigkeit?

Frauen an die Macht, denn Machtbefugnisse halten fit

Entwarnung kommt aus der Wissenschaft. Denn Ethnologen haben mit vergleichenden Studien in Georgien, Griechenland, Japan oder bei den Maya herausgefunden: Frauen, denen nach Ende der Gebärfähigkeit neue Machtbefugnisse, soziale oder spirituelle Aufgaben zuwachsen, empfinden die hormonelle Umstellung als viel weniger belastend. Gut so, kann ich nachvollziehen. Macht macht also nicht nur sexy, sondern hält auch fit. Zumindest in der Eigenwahrnehmung. Denn die Ethnologen schreiben nichts darüber, dass diese Frauen auch faktisch weniger Wechseljahresbeschwerden haben. Diese scheinen also maßgeblich etwas mit der Eigen-Wahrnehmung zu tun zu haben.

Schützen Erfolg und Kids vor Wechseljahresbeschwerden?

Diese Vermutung legen zumindest auch die Studien der Berliner Medizinpsychologin Dr. Beate Schultz-Zehden nahe. Sie fand in mehreren repräsentativen Studien über das weibliche Lebensgefühl während und nach den Wechseljahren heraus: Frauen, die im Beruf ausgefüllt sind, haben im Durchschnitt weniger und weniger starke Wechseljahresbeschwerden. Das gilt auch für Frauen, die mit heranwachsenden Kindern mitten in der Familienphase stecken.

Soweit die Studienlage, die mich durchaus aufatmen lässt. Denn mein Job füllt mich aus und meine Tochter kommt in die Pubertät, ich stecke also mitten drin im Leben. Ob ich deswegen auch keine Beschwerden bekomme? Das bezweifle ich. Denn Freundinnen, ebenfalls mit Job und Kids mittendrin im Leben, haben bereits Herzrasen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit undundund. Und müssen damit die nächsten Jahre (über)leben.

Und meine Freundinnen sind keine Ausnahmen. Etwa 60 bis 70% aller Frauen zwischen 45 und 54 Jahren leiden, nach Aussage der Frauenärzte im Netz, unter dem so genannten klimakterischen Syndrom: 90% dieser Betroffenen sind nervös und reizbar, 80% klagen über Erschöpfung und Leistungsabfall, 70% über Hitzewallungen bzw. Schweißausbrüche sowie depressive Verstimmungen. 60% stellen eine Gewichtszunahme fest. Schlafstörungen oder Gelenk- und Muskelschmerzen treten bei etwa der Hälfte der Frauen auf, Herzbeschwerden und Darmträgheit bei 40%. Tolle Aussichten 😦 Die mir die Lust am Älterwerden aber nicht nehmen können.

Ich sammle einfach ab sofort Erfahrungen und Tipps für den Alltag. Denn ich bin kein Mangelwesen und tanze nach wie vor gerne, auch wenn es durchaus kein Vulkan mehr sein muss 😉

Spannungsverhältnis: reife Haut

Orangenhaut will niemand haben. Verstehe ich nicht. Denn die Haut einer Orange ist straOrangenhautff, fest und duftet nach Sonne und Weihnachten. Ein Gegensatz, ich weiß. Aber ich denke automatisch an Weihnachten, Wunschzettel und Geschenke, wenn ich Orangen rieche. In vielen Kindheitsjahren gelernt. Aber spricht man von Orangenhaut, stellen sich die Nackenhaare auf, soweit vorhanden und noch nicht wegepiliert. Orangenhaut ist ein absolutes No-Go. Und doch breitet sie sich aus. Erst macht sie sich an den Beinen bemerkbar, wandert über den Bauch nach oben, bevor sie von den Oberarmen Besitz ergreift und den sogenannten Winkeärmchen das letzte bisschen optische Spannkraft nimmt. Zeit zu handeln.

Wie sich die Haut verändert

Ab 40 braucht die Haut mehr, lese ich. Und spüre ich. Mehr Pflege, mehr Feuchtigkeit. Denn sie verliert an Spannkraft und Elastizität. Schuld ist der Östrogenmangel. Er führt dazu, dass die stützenden Kollagenfasern weniger werden und die Speicherfähigkeit für die wasserbindende Hyaluronsäure abnimmt. Die Haut wird trocken, spröde, faltig.

Weniger Östrogen bedeutet also

  • weniger Kollagen, dem Protein im Bindegewebe, das einen natürlichen Antiaging-Effekt hat,
  • weniger Hyaluronsäure, dem wichtigen Bestandteil des Bindesgewebes, das exorbitant viel Wasser binden kann,
  • und damit weniger Bindefähigkeit von Feuchtigkeit, die – soweit vorhanden – frisch aussehen lässt und Falten ausgleicht.

Eine ungute Gleichung mit sichtbaren Ergebnissen: Falten, Knitter, Rötungen und das nicht nur nach einer durchfeierten Nacht. Der Blick in den Spiegel lügt nicht. Auch ohne Brille sehe ich, wie die Jahre Zeichen hinterlassen. Ok, ich steh´dazu. Und doch drängt sich die Frage auf, ob man da nicht was tun kann. Nichts Dramatisches. Nur ein kleines natürliches Straffungsprogramm. Ein Fotoshop-Effekt sozusagen, der die Züge leicht glättet, Falten ausgleicht, Spannung wiederbringt.
Am Computer klappt´s: Verjüngung Dank Fotoshop. Ob das auch mit Pflege in der Wirklichkeit möglich ist?

Raphaela Kreitmeir
In Natur
Raphaela Kreitmeir_Portrait
mit Fotoshop: klarer, frischer, straffer

Was die Haut jetzt braucht

Pflege, Pflege, Pflege. Nur mit was? Gäbe es Fotoshop-Effekt in Tuben, also das ultimative Antiaging-Produkt wäre der Erfinder Multimilliardär. Mindestens. Gibt es aber nicht. Und so muss jede (und auch jeder) von uns selbst ausprobieren und herausfinden, was sie/er braucht, um sich in der eigenen Haut wohlzufühlen.

Das Weleda-Experiment

Ich selbst starte das Weleda-Experiment. Eine Produktreihe, die ich vor wenigen Jahren nicht wirklich riechen konnte. Aber scheinbar verändern sich mit dem Hormonspiegel auch die Geruchsvorlieben. Inzwischen jubilieren meine Riech-Knospen, wenn sie auch nur einen Hauch Weleda Citrus-Produkte erschnuppern. Aber aus gegebenem Anlass wechsle ich und greife zu Granatapfel. Weil die Pflegelotion eine spürbar festere Haut verspricht.

Weleda_Granatapfel Pflegelotion

Granatapfel soll dynamisierend wirken und die Zellerneuerung anregen. Mal sehen … Öko-Test findet das Produkt auf alle Fälle sehr gut. Was irgendwie beruhigt.

Weleda-Experiment1

Weleda-Experiment2

Weleda-Experiment3

Weleda-Experiment4Für die anspruchsvolle Haut: Pumpen, cremen, spüren

Vorher – Nachher-Effekt

Die Wirkung lässt sich nicht wirklich fotografieren. Auch kein Fotoshop-Effekt ist feststellbar. Und doch fühlt sich die Haut an wie mit einem feinen Schutzmantel überzogen. Eine Art Seidenmantel mit Elasthan-Beimischung. Denn die Haut spürt sich nicht nur geschmeidiger an, sie spannt auch leicht. Nicht unangenehm, sondern so als wäre sie zusätzlich durchblutet und dadurch straffer. Und auch wenn der Vorher-Nachher-Effekt nicht gerade augenfällig ist, fühle ich mich wohl in meiner Granatapfel-gepflegten Haut. Und Wohlfühlen ist ja schon mal mindestens die halbe Miete in Sachen frischer Ausstrahlung 🙂

Wenn schon Wechseljahre dann aktiv

ungeschminkte Wahrheit: Älterwerden
ungeschminkte Wahrheit: Älterwerden

Ich bin jetzt 47 Jahre und 9 Monate alt und damit keinen Tag zu jung, um mich mit dem auseinanderzusetzen, was unausweichbar auf mich zukommt: die Wechseljahre. Diese Lebensphase, über die unsere Mütter wenn überhaupt nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen haben. Von der sie überrollt wurden. Der sie hilflos ausgeliefert waren. Sich schlaflos im schweißgetränkten Bett das Hirn darüber zermarterten, warum graue Schläfen und Falten bei Männern als sexy gelten, wohingegen sie als Frau mit dem Einsetzen der Wechseljahre zu einem Es mutierten. Das war einmal. Hoffe ich.

Wechseljahre heute: Lebenslust ab 45

Heute bleiben wir auch jenseits der 45 Frauen. Besser noch: Wir werden immer mehr zu den Frauen, die wir sein können. Selbstbewusst, unabhängig von den Meinungen anderer. Die Brutpflege bereits gemeistert. Den eigenen Körper kennend. Begriffen, dass Lachen keine Fältchen macht, sondern das innere Immunsystem stärkt. Das ist die schöne Seite am Älterwerden. Frau verändert sich, reift. 

Hormone beeinflussen Herz, Haare und Haut

Aber natürlich gibt es da auch eine andere Seite. Ich nenne sie mal die 3 Hs: Herz, Haare, Haut. Und über allem ein noch größeres H. Die Hormone, die neu abgemixt werden und alles beeinflussen. Wirklich alles. Nicht umsonst werden sie auch die Botenstoffe des Lebens genannt. Und gerade in den Wechseljahren versenden sie pausenlos Botschaften. Ob frau sie hören will oder nicht. Ein bisschen erinnert die Hormonflut an die Pubertät. Auch in Sachen Symptome und Beschwerden: Die Brust spannt, die Stimmung schwankt. Aber es ist eben nicht das Vorspiel zu einer Symphonie voller Begehren, Fruchtbarkeit und Sex. Aber eben auch nicht das Nachspiel. Eher ein Zwischenspiel, das frau bereit macht für ein neues Thema: für sich selbst. Für sich selbst in einer gereiften Version. 

Reife Frauen = schöne Frauen

Reif sind Früchte, wenn ich jetzt mal den etwas plumpen Vergleich heranziehen darf, voller Saft, Süße, Geschmack. Um diesen Zustand der Vollkommenheit aufrechtzuerhalten, muss man sie richtig lagern. Sonst bekommen sie Druckstellen, übersäuern, werden unansehnlich. Ich glaube fast, das ist bei uns reifen Frauen ähnlich (wie das bei Männern ist, darüber schweige ich mich jetzt mal aus ;-). Also höchste Zeit, mich um mich zu kümmern: um die 3 genannten Hs. Und um vieles mehr. Aber beginnen werde ich mit der Haut. Was sie braucht, was sie gar nicht mehr mag. Und wie ich versuche, diesem riesengroßen Organ etwas Gutes zu tun. Aber zuvor noch mal eine kurze Zusammenfassung, worum es in diesem Blog geht.

Fazit: Wechseljahre 

Wir sind viele. Acht Millionen Frauen sind gerade eben in Deutschland in einer ähnlichen Phase wie ich. Sie sind zwischen 45 und 60 Jahre alt und damit kurz vor, inmitten oder direkt nach den Wechseljahren. Sie verspüren Anzeichen, haben Beschwerden und vor allem registrieren sie, dass etwas mit ihnen geschieht. Sich etwas Grundlegendes verändert. Und genau das will ich nicht passiv mit mir geschehen lassen. Sondern nutze aktiv alle Informationen und Produkte, die mir in dieser Phase helfen können. Ich werde also recherchieren, testen, cremen, shamponieren, kochen, schlemmen, fasten, Sportarten ausprobieren … Kurzum: Alles versuchen, was den Wechsel in Richtung Lebenslust lenkt.